
Mehr als nur ein Männerding: Warum kubanische Zigarren auch etwas für Frauen sind
30. Mai 2025
In einer Gesellschaft, in der Klischees und Erwartungen oft fest im Kopf verankert sind, scheint das Bild von Zigarren als rein männliches Vergnügen tief verwurzelt zu sein. Man denkt an Männer, die in rauchgefüllten Lounges sitzen, ihre Zigarren genüsslich rauchen, während sie über Geschäfte, Politik oder das Leben philosophieren.
Doch ich frage mich:
- Warum eigentlich?
- Warum sollte das Genussmittel, das so viel mehr ist als nur Tabak und Rauch, nur Männern vorbehalten sein?
Für mich, als Frau, ist die Welt der kubanischen Zigarren eine faszinierende, sinnliche Erfahrung, die alle Sinne anspricht und keine Geschlechtergrenzen kennt.
Die Faszination hinter dem Rauch
Zigarren sind für viele mehr als nur ein Produkt – sie sind ein Ritual, eine Kunstform, eine Erfahrung. Das erste Mal, als ich eine kubanische Zigarre in der Hand hielt, war es, als würde ich eine Tür zu einer anderen Welt öffnen. Die Haptik des edlen Deckblatts, die feine Maserung des Tabaks, der Duft, der sich beim Anzünden entfaltet – all das ist sinnlich und tief berührend. Es ist eine Erfahrung, die den Moment verlangsamt, die Sinne schärft und den Geist öffnet.
Viele Frauen, die sich bisher nicht mit Zigarren beschäftigt haben, könnten denken, dass das Rauchen von Zigarren nur etwas für Männer ist, die sich in einer bestimmten Männlichkeit suhlen. Doch das ist eine Verkürzung. Zigarren sind für alle, die den Moment schätzen, die das Handwerk bewundern, die den Geschmack und das Aroma genießen wollen. Es geht um Genuss, um Achtsamkeit und um das bewusste Erleben eines Augenblicks – unabhängig vom Geschlecht.
Kubanische Zigarren: Ein Symbol für Kultur und Handwerk
Kuba ist bekannt für seine Zigarren, die weltweit als die besten gelten. Das Land hat eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Die Herstellung einer kubanischen Zigarre ist eine Kunst für sich: Das sorgfältige Pflücken, Fermentieren, Rollen und Trocknen des Tabaks erfordert viel Erfahrung und Leidenschaft. Dieses Handwerk ist eine Form der Kunst, die Respekt verdient.
Für Frauen, die sich für Kultur, Handwerk und Geschichte interessieren, bieten kubanische Zigarren eine faszinierende Welt. Sie sind nicht nur ein Genussmittel, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte, das die Seele Kubas widerspiegelt. Das bewusste Erleben einer Zigarre, das Aromen-Raten, das Beobachten des Handwerks – all das kann eine zutiefst feminine Erfahrung sein, die die Sinne schärft und das Bewusstsein für Qualität und Tradition schärft.
Der Mythos des Männlichen – Warum wir ihn hinterfragen sollten
Ich glaube, es ist an der Zeit, diese Grenzen zu hinterfragen. Frauen haben ebenso das Recht, sich für die Kunst des Zigarrenrauchens zu begeistern, die komplexen Aromen zu entdecken und den Moment der Ruhe und des Genusses zu zelebrieren. Es ist kein „Männerding“, sondern ein universelles Erlebnis, das alle Geschlechter anspricht, die bereit sind, sich auf eine sinnliche Reise einzulassen…
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Warum jeder Held eine Tragödie in sich trägt – von Cerstin Rapske
08. Mai 2025
Entdecken Sie die menschlichen Schwächen hinter dem Heldenbild und lernen Sie, Mitgefühl und Authentizität in unserem Alltag zu finden
Zeige mir einen Helden und ich schreibe dir eine Tragödie
Dieses Zitat von Scott Fitzgerald ist so kraftvoll und vielschichtig, dass es mich tief berührt. Es spricht von der dunklen Seite des Heldenbildes, von der Zerbrechlichkeit und den verborgenen Konflikten, die hinter einer scheinbar bewundernswerten Fassade lauern. Es fordert uns auf, genauer hinzusehen, hinter die Kulissen der Heldentaten zu blicken und die menschlichen Schwächen zu erkennen, die oft im Verborgenen bleiben.
Der Mythos des Helden
In unserer Gesellschaft sind Helden oft die Figuren, die wir bewundern, verehren und nachahmen wollen. Sie sind die, die mutig gegen das Böse kämpfen, die Opfer bringen, um andere zu schützen, oder die außergewöhnliche Leistungen vollbringen. Doch was macht einen Helden wirklich aus? Ist es nur die äußere Tat, das sichtbare Ergebnis? Oder steckt hinter diesem Bild eine komplexe, verletzliche Seele, die mit eigenen Dämonen kämpft?
Ich denke, Fitzgerald fordert uns auf, den Mythos des Helden zu hinterfragen. Denn in der Geschichte, in der Literatur, im echten Leben – überall – sind Helden keine perfekten Wesen. Sie sind Menschen, mit all ihren Fehlern, Ängsten und Schwächen. Und genau das macht sie so faszinierend und gleichzeitig tragisch.
Die Tragödie des Helden
Wenn wir einen Helden sehen, neigen wir dazu, ihn idealisiert zu betrachten. Wir bewundern seine Stärke, seinen Mut, seine Entschlossenheit. Doch Fitzgerald sagt uns: Zeige mir einen Helden, und ich schreibe dir eine Tragödie. Das bedeutet, dass die Helden oft in ihrem Streben nach Größe, nach Anerkennung oder nach einem höheren Ziel, ihre eigene Zerbrechlichkeit übersehen. Sie sind anfällig für Fehler, für Überheblichkeit, für den Fall.
Ein Held kann zum Beispiel jemand sein, der alles für andere gibt, doch in seinem Inneren leidet er vielleicht an Selbstzweifeln, Einsamkeit oder Schuldgefühlen. Seine Größe ist nur die Oberfläche, während die Tragödie im Verborgenen lauert. Es ist die menschliche Schwäche, die den Helden zum Tragischen macht.
Persönliche Reflexion
Dieses Zitat berührt mich persönlich, weil es mich an die Menschen in meinem Leben erinnert, die ich bewundere. Menschen, die scheinbar unbesiegbar sind, die viel aushalten und immer wieder aufstehen. Doch hinter ihrer Stärke steckt oft eine Geschichte voller Schmerz, …..
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Nach dir, mit dir- Über das Weiterleben nach einem Verlust von Cerstin Rapske
14. Januar 2026
Was bleibt, wenn ein geliebter Mensch geht – und das Leben trotzdem weiterläuft?
Dieser Text erzählt vom Aushalten, vom Bleiben und von einer Liebe, die ihren Ort verändert hat. Still, ehrlich und ohne Antworten, die zu früh kommen.
Wenn ein Mensch fehlt und die Welt trotzdem weitergeht
Am Morgen nach deinem Tod wusste mein Körper, was zu tun war. Mein Herz nicht. Ich stand auf, weil ich es immer getan hatte, nicht weil ich wollte oder weil es einen inneren Grund dafür gegeben hätte. Die Sonne war da, als hätte sie nichts verloren. Später erinnerte ich mich oft an diesen Moment, als hätte die Welt ihr Tempo behalten und mich einfach stehen lassen.
Dein Fehlen machte kein Geräusch. Es war nicht laut, es drängte sich nicht auf, es war einfach da. In der Küche. Im Ansetzen eines Satzes, der früher ein Wir gewesen war. In dem Platz neben mir, der plötzlich keinen Namen mehr hatte.
Ich vermisste dich nicht nur. Ich verlor mit dir einen Teil meines Bezugs zur Welt. Die Art, wie ich Dinge geteilt hatte, wie ich gesprochen hatte, wie ich mich selbst verstanden hatte. Während in mir alles stillstand, forderte das Leben Bewegung: Antworten, Termine, Reaktionen. Als ließe sich dieser Verlust verschieben, vertagen, irgendwo einordnen.
Aber Trauer ordnet sich nicht unter. Nicht laut, aber konsequent. Sie kommt in stillen Momenten, in alltäglichen Handgriffen, in Sekunden, die einmal leicht gewesen waren. Der eigentliche Bruch, das wurde mir erst später klar, lag nicht allein im Tod. Er lag darin, dass ich weiterlebte und du nicht mehr mitgingst.
Und genau hier begann etwas, für das ich keinen Namen hatte und noch weniger Kraft: das Aushalten. Aushalten, so dass die Welt weitergeht. Aushalten, so dass ich bleiben musste. Ohne dich. Und doch für immer mit dir.
Trauer ist kein Zeitabschnitt, sondern ein Zustand
Lange habe ich geglaubt, Trauer sei etwas, durch das man hindurchgeht. Ein Abschnitt, ein dunkler Gang mit einem Ausgang am anderen Ende. Andere sprachen von Phasen, von Zeiträumen, von dem Punkt, an dem man wieder funktioniert. Ich merkte schnell, dass all diese Worte nichts mit dem zu tun hatten, was sich in mir abspielte.
Trauer fühlt sich nicht wie ein Weg an. Sie fühlt sich an wie ein Zustand, in dem ich lebe, in dem ich atme, in dem ich lerne, mich neu zu bewegen. Es gab keinen Anfang und kein Danach, nur dieses Dasein mit einer Leerstelle, die immer mitging.
An manchen Tagen wachte ich auf und schon das Öffnen der Augen war schwer. Nicht, weil die Gedanken laut gewesen wären, sondern weil alles in mir zäher war, langsamer, schwerer. An anderen Tagen war es ruhiger. Nicht gut, aber weiter. Dann wiederum überraschte es mich, wie plötzlich die Trauer zurückkehren konnte, mitten im Tag, ohne Anlass. Ein Geruch, ein Geräusch, ein unbedachter Gedanke.
Ich begriff irgendwann, dass ich nichts verloren hatte, was sich wiederfinden ließe. Ich lebte mit einer Abwesenheit, die ihren festen Platz hatte. Die Liebe war nicht weniger geworden, sie hatte nur keinen Ort mehr außerhalb von mir. Also blieb sie innen, als Schwere, als Nähe, als etwas, das ich nicht ablegen konnte.
Ich wurde müde vom Erklären, müde vom Starksein, müde von all den Erwartungen, ich müsste irgendwann ankommen in einer neuen Leichtigkeit. Aber ich war nirgendwo unterwegs. Ich war hier, mitten in diesem Zustand. Manchmal trug ich ihn gut, manchmal kaum. Und beides konnte im selben Tag liegen.
Trauer war nichts, das ich überwinden wollte. Sie war etwas, das ich aushielt, weil ich dich geliebt habe. Und vielleicht ist genau das das Einzige, was sich wirklich verändert hat: Ich habe aufgehört, mir selbst einen Ausgang zu versprechen. Ich habe begonnen, mich in diesem Zustand zu halten.
Zeit verhält sich nach Verlust anders
Seit deinem Weggang hat Zeit ihre Verlässlichkeit verloren. Sie hält sich nicht mehr an Absprachen. Tage ziehen sich endlos, während Wochen vergehen, ohne dass ich sagen könnte, was in ihnen eigentlich geschehen ist. Manchmal scheint alles stehen zu bleiben, manchmal rast die Zeit an mir vorbei, als hätte sie es eilig, mich irgendwohin zu bringen, wo ich noch nicht bin.
Es gibt Momente, da sind Stunden so schwer, dass sie kaum vorwärtskommen. Ich sitze da, schaue hinaus, höre Geräusche, und doch fühlt sich alles wie eingefroren an. Dann wieder vergehen ganze Tage, ohne dass sie Spuren hinterlassen. Als hätte mein Inneres keinen Platz mehr für Erinnerung, nur für dieses andauernde Jetzt.
Vor einigen Wochen hatte Zeit Struktur. Termine. Gewohnheiten. Gemeinsame Markierungen. Jetzt ist sie brüchig geworden. Sie orientiert sich nicht mehr am Kalender, sondern an Gefühlen. An Tagen, an denen die Trauer nah ist, wird sie zäh. An Tagen, an denen sie sich kurz zurückzieht, vergeht sie fast lautlos.
Ich habe gelernt, dass Trauer keine Uhr kennt. Sie weiß nichts von Jahrestagen, nichts von Erwartungen an Fortschritt. Sie reagiert nicht auf Logik. Sie folgt eigenen inneren Bewegungen, taucht auf, wenn man sich sicher wähnt, und bleibt aus, wenn man sie fast erwartet hätte.
Es gibt Erinnerungen, die sind so nah, als wären sie gestern geschehen. Und andere, die wirken fern, obwohl sie erst kurze Zeit zurückliegen. Nähe und Abstand haben ihre Ordnung verloren. Alles liegt nebeneinander: Gestern, heute, damals. Und oft weiß ich selbst nicht, wo ich mich gerade befinde…
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